8. Was muss man tun, um gesund bzw. erholsam zu schlafen?
Die Vorbereitung für den Schlaf beginnt am Tag! Erholsamer Schlaf erfordert ein ausgewogenes Zusammenspiel aus Ernährung, Bewegung und Regeneration. Schlaf bedeutet nicht automatisch „die einzige Zeit, in der man nicht arbeiten kann“. Regenerative Pausen am Tag, qualitativ hochwertige Ernährung, langsames Essen und gutes Kauen sowie strukturierte, körperliche Bewegung sind die Grundlagen eines langen und krankheitsfreien Lebens.
9. Ideale Raumtemperatur – gibt es diese oder ist das je nach Alter, Geschlecht unterschiedlich?
Männer mögen es eher kalt, Frauen lieben eine Temperatur um 21 Grad im Schlafzimmer. Ob das Fenster offen oder gekippt oder geschlossen bleiben soll, ist immer wieder Thema im Schlafzimmer. Frische Luft ist wichtig, oft genügt allerdings Stoßlüften vor dem Schlafengehen, damit der Wohlfühlfaktor für Mann und Frau stimmig ist.
10. Ideale Schlafdauer?
8 Stunden gehen mit einer guten Gesundheit einher, mache sind allerdings schon mit 5-6 Stunden ausgeschlafen und Frauen schlafen gerne um die 9 Stunden. Für Kinder sollten die Eltern zumindest 9 Stunden Schlafdauer einplanen. Kinder brauchen den Schlaf um das am Tag Erlernte in ihr Gehirn einzubauen.
11. Ideale Schlafposition?
„As you like it“ – einfach die eigene Wohlfühlposition.
12. Farben im Zimmer – ist das relevant?
Warme Farben und Rottöne regen den Schlaf an, kalte Farben und Blautöne können die Produktion des Schlafhormons Melatonin hemmen.
13. Spiegel im Schlafzimmer: anscheinend sollte da keiner sein? Nur Mythos oder?
Ich bin kein Feng-Shui-Spezialist, aber sobald man etwas mag oder daran glaubt, hilft es ja bekanntlich.
14. Zimmerpflanzen: ja / nein? Hier hört man immer wieder die unterschiedlichsten Meinungen.
Zimmerpflanzen tragen zur Regelung der Luftfeuchtigkeit in der Wohnung bei, im Schlafbereich bin ich kein Freund davon.
15. Der liebe (Voll-)Mond: Gibt es da wirklich so eine Wirkung oder Beeinflussung auf den Schlaf eines Menschen oder sind das Ammenmärchen?
Streng wissenschaftlich gesehen hat der Mond keinen Einfluss auf das Schlafverhalten. Aus den persönlichen Erfahrungen jedes einzelnen ergibt sich allerdings, dass sensible Menschen zu Zeiten des Vollmonds mehrfach in der Nacht aufwachen.
16. Ist der Schlaf vor Mitternacht wirklich der Beste?
Tatsache ist, dass in der ersten Nachthälfte überwiegend Tiefschlaf auftritt und dass die Schlafkontinuität in den ersten Stunden extrem wichtig für die hormonelle Regeneration ist. Fernsehschlaf und wiederkehrende Schlafunterbrechungen in der ersten Nachthälfte können unter anderem den Ausgleich und den Aufbau von Sexualhormonen negativ beeinflussen.
17. Ab wann fällt man in die Tiefschlafphase?
Manche Menschen haben noch nicht einmal ihr zweites Bein im Bett und beginnen schon zu schnarchen. Dies ist absolut nicht „Ich hab Null Problem mit einschlafen“, sondern, das ist Ausdruck von Erschöpfung. Wichtig ist, eine kurze Einschlaflatenz von 5-10 Minuten, um dann langsam in den Tiefschlaf abzutauchen.
18. Ist ein “kurzer” Schlaf (2-3h) besser als “Durchmachen”?
Das ist sehr individuell und hängt von der inneren Uhr ab. „Durchmachen“ bis 7 Uhr morgens kann bisweilen angenehmer sein, weil das körpereigene Cortison am Morgen wieder ansteigt und so hoch ist, dass die Müdigkeit unterdrückt wird.
19. Schlafrhythmus: Ist Regelmäßigkeit wichtig oder genügen 8 Stunden, egal wann?
Schlafen am Tag, wenn Körper und Geist müde sind, war im Mittelalter in Europa sehr verbreitet. Seit der Einführung der Uhrzeit schläft man insbesondere in der Nacht. In anderen Kulturen, zum Beispiel in Japan, ist der Schlaf zu jeder Zeit noch sehr verbreitet.
20. Schlaf und Schlafmittel – genauso erholsam oder? Gibt es hier eine Art „Dunkelziffer wie viele dazu greifen“?
Schlafmittel sind nicht grundsätzlich schlecht. Sie können helfen, plötzlich auftretende Belastungssituationen (beispielsweise den Tod eines Angehörigen oder extreme psychische Überlastung) zu überbrücken. Vor längerdauernder Schlafmitteleinnahme muss eine genaue Befragung über Ursachen und körperliche Leiden des Betroffenen erfolgen. Damit kann der Schlafdoktor Alternativen aufzeigen und einen erholsamen Lebensstil coachen.
21. Urlaub: man fährt in der Nacht – jetzt sollen alle bereits um 19/20 Uhr schlafen gehen? Sinnvoll?
Das soll jeder machen wie er will.
22. Und das Beste zum Schluss: Wie lauten Ihre wertvollen Tipps für erholsames Schlafen?
- Die Vorbereitung für die Nacht beginnt am Tag.
- Essen Sie mäßig, möglichst nicht am Abend.
- Nikotin verschlechtert die Schlafqualität.
- Betreiben Sie ausreichend körperliche Bewegung.
- Bereiten Sie sich auf den Schlaf durch Entspannung vor.
- Benutzen Sie schlaffördernde Tees oder ähnliches.
- Pflegen Sie ein Nachtritual, benutzen Sie das Bett zum Schlafen.
- Notieren Sie Ihre Gedanken in der Nacht.
- Betrachten Sie den Schlaf als die Zeit Ihrer Regeneration.